Klinik Hohe Mark

fachlich kompetent, christlich engagiert

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Die DGD-Kliniken sind ein christlicher Klinikverbund, der den einzelnen Patienten als Menschen in den Mittelpunkt seines Handelns stellt und zugleich eine medizinische und pflegerische Versorgung auf höchstem Qualitätsniveau sicherstellt.

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Aktuelles

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06.02.2019

DGD-Klinik Hohe Mark: Neue therapeutische Ansätze der Altersdepression

Klinik Hohe Mark Chefarzt Prof. Dr. Markus Steffens (Mitte) begrüßt Prof. Dr. Andreas Fellgiebel im Kirchsaal der Klinik Hohe Mark.

Ca. 80 Therapeuten und Ärzte fanden am Mittwochabend des 6. Februar 2019 den Weg in den Kirchsaal der DGD-Klinik Hohe Mark. Referent dieser Fortbildung war Prof. Dr. Andreas Fellgiebel aus Mainz, einer der führenden Experten der Medizin im Alter.

Hintergrund

Im Jahr 2017 waren ca. 23 Millionen Deutsche über 60 Jahre alt. Dies mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung um die 80 Jahre. Doch diese Lebensphase hat ihre eigenen Herausforderungen. So z.B. ist sie durch Verluste anderer, oft nahestehender Menschen gekennzeichnet.

Auch die Anpassung an neue Gegebenheiten und Einschränkungen durch sich verändernde Lebenssituationen, wie z.B. verminderte Mobilität oder Umzüge in betreute Einrichtungen können zu psycho-sozialem Stresserleben führen. Weiterhin kann in solchen Situationen eine nicht erfolgte Verarbeitung früherer Erlebnisse die Betroffenen zusätzlich destabilisieren. All das kann zur Entwicklung einer Altersdepression führen. Umso wichtiger ist es, den Betroffenen helfend und mit Respekt gegenüber Ihnen und ihrer Lebensleistung zur Seite zu stehen.

Depressionen im Alter müssen nicht bleiben

Dass der medizinische Fortschritt für diese Herausforderung im Grund gut gerüstet ist, war eine der Hauptbotschaften des Referenten. Hierfür jedoch ist es wichtig, so Fellgiebel, dass die Hausärzte für diese Möglichkeiten mehr sensibilisiert werden. Es sei sehr wichtig ältere Menschen für eine Behandlung bei psychiatrischen oder psychotherapeutischen Fachärzten zu motivieren, und hinter körperlichen Beschwerden ggfs. auch eine Depression für möglich zu halten. Denn 69% aller depressiven Patienten, so eine vom Referenten zitierte Studie (Simon et al 1999), suchen den Hausarzt allein wegen körperlicher Symptome auf.

Und noch eines lag dem Referenten sehr am Herzen. So sagte er:

"Die auf die Bedingungen des Alters angepasste Psychotherapie ist nachweisbar wirksam. Und wo sie angeboten wird, nehmen ältere Menschen diese Möglichkeit auch gerne an."

Hier liegt eine große Herausforderungen für eine zukünftige, altersgerechte Gesundheitspolitik. Denn solange die Psychiatrie Personalverordnung (PsychPV) in Krankenhäusern für die intensive Behandlung von Patienten ab 60 Jahren keine einzige Minute für eine psychologische Behandlung vorsieht, wird diesen Menschen eine sehr wirksame Hilfe für mehr Lebensqualität im Alter vor enthalten.

Literatur

Altersdepression: Ein interdisziplinäres Handbuch, Andreas Fellgiebel (Herausgeber), Martin Hautzinger (Herausgeber), Springer Verlag 2017. 


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