Authentische Begegnungen als wirkungsvolle Suchtprävention

Die DGD Klinik Hohe Mark hat die Präventionswoche der Erich Kästner-Schule Oberursel wieder mit einem besonderen Beitrag unterstützt. In der Jahrgangsstufe 8 wird dort das Thema "Sucht und Drogen" behandelt. Um die Präventionsarbeit zu unterstützen, ermöglicht die DGD Klinik Hohe Mark Gruppen von Schülerinnen und Schülern den Austausch mit Menschen, die an Suchterkrankungen leiden.

Dr. Claudia Mertz, in der Klinik Ärztin auf einer Station für Suchtmedizin und Entgiftung, beschreibt das Konzept: „Theoretisches Wissen über Drogen und Alkohol ist wichtig. Viele Schülerinnen und Schüler können sich aber die Auswirkungen von Sucht viel besser vorstellen, wenn sie mit betroffenen Menschen darüber sprechen.“ So waren in der vergangenen Woche an drei Tagen Gruppen von Schülerinnen und Schülern der Erich Kästner-Schule zu Besuch in der Klinik. Patientinnen und Patienten der Suchtstationen machen gerne mit – auch um junge Menschen vor Fehlern zu warnen. Vier Personen erzählten sehr offen über ihre persönlichen Lebenswege und Erfahrungen mit Abhängigkeitserkrankungen. Ein Patient sagt dazu: „Ich hätte mir selbst so einen Austausch in der Schulzeit gewünscht. Dass ich jetzt selbst offen darüber spreche, ist für mich Teil des Gesundwerdens.“

Dr. Mertz vermittelte den Schülerinnen und Schülern ergänzend Hintergrundinformationen zu Suchterkrankungen, psychischen Krisen und therapeutischen Möglichkeiten. Sie erklärte, wie schwerwiegend die Folgen psychoaktiver Substanzen sind. Dazu zählt auch Cannabis. Mertz betonte: „Cannabis ist überhaupt nicht harmlos.“ 

Sabine Grubschat vom schulinternen Präventionsteam der Erich Kästner-Schule schätzt diese Form der Präventionsarbeit sehr: „Die Gespräche mit betroffenen Menschen gehören in der Präventionswoche zu den Programmpunkten mit der nachhaltigsten Wirkung.“ Auch dieses Jahr hinterließen die Begegnungen einen bleibenden Eindruck und stärkten das Bewusstsein dafür, wie viel Mut, Kraft und professionelle Hilfe der Weg aus einer Abhängigkeit erfordert.